Die 29.ISfTeH - International Conference findet vom 11. - 13. November 2026 in Pfarrkirchen (Campus Rottach-Inn des Deggendorf Institute (ECRI; zusammen mit dessen DigiHealthDayS 2026) statt.

Medgate


Medgate in der Schweiz ist Europas größtes Telemedicine Center (MTC) und wurde vor 25 Jahren gegründet. Inzwischen erfolgen täglich bis zu 2.200 Telekonsultationen in Spitzenzeiten (Stand zu Beginn d.J. 2026). Medgate verzeichnet ein Wachstum von 49% gegenüber dem Vorjahr (medinside.ch) „Vom Nischenangebot zur Massenversorgung“ mit kostensparender Gatekeeper-Funktion.

 Etwa die Hälfte aller medizinischen Erwachsenen-Fälle können am Telephon abschließend beraten und behandelt werden. Bei den Kindern sind es etwa 60%. Jeder 2. Einwohner in der Schweiz hat Zugang zu telemedizinischen Leistungen und rund eine halbe Million Schweizer haben ein Versicherungsmodell, bei dem sie in medizinischen Belangen zunächst Medgate anrufen. Der Anteil der Eltern, die für ihre Kinder anrufen, beträgt 20 % und der Anteil der Anrufe, der sich für die Telemedizin eignet beträgt 80 %.

2021 lancierte das Unternehmen die Medgate Kids Line und betreibt damit die das Beratungstelefon für Notfälle bei Kindern und Jugendlichen  im  Auftrag   des  Universitäts-Kinderspitals Zürich und seiner Kooperationspartner.  Näheres  gibt es hier.

Vor Ort stehen den Patienten von Medgate die Medgate Mini Clinics und ein ausgedehntes Partner-Netzwerk zur Verfügung; Standorte von Medgate International sind Indien, die Philippinen und Abu Dhabi in Zusammenarbeit mit dem Staatsfond Mubadala Development Company. Medgate ist rund um die Uhr und weltweit für die Patienten erreichbar. Eine MTC-Studie zur Patientenzufriedenheit der Universität Basel ergab eine Zustimmung von 89 % für das Kriterium „weiterempfehlen“ und 98 % für „wieder kontaktieren“. LINK Market Services publiziert für 2021 einen Wert von 85%  für „Vertauenswürdigkeit“ mit einem deutlichen Abstand zu Mitbewerbern in der Schweiz. Medgate errechnet durch den Einsatz der Telemedizin eine Kostenersparnis von 15-20 % für das Gesundheitssystem.

Größtes telemedizinisches Zentrum Europas mit etwa 150 festangestellten Ärzten. Das Wirtschaftsmagazin CFI.co hat seinerzeit Medgate als „Best Global Telemedicine Provider“ ausgewählt. Der Artikel findet sich hier.

Die Integrierten Versorgungsmodelle der Medgate-Gruppe senken Kosten: „nach Bereinigung der Risikoselektion verursacht heute ein Patient in einem unserer alternativen Versicherungsmodelle im Schnitt rund 10-15% weniger Gesundheitskosten als ein Patient mit einer Standard-Grundversicherung“ heißt es in einer früheren Bilanz der Gruppe.

Durch die langjährige Erfahrung an einem großen Patientengut besteht in der Schweiz inzwischen ein bewährter Umgang mit den Möglichkeiten der modernen telemedizinischen Konsultation, einschließlich des raschen Erkennens derjenigen Krankheitsbilder, die sich für diese Vorgehensweise nicht eignen und einer Realkonsultation zuzuführen sind.

Medienmitteilung: „Medgate bringt den Arzt dahin, wo die Patienten und Patientinnen ihn brauchen und setzt dazu auf Digital Health Lösungen. Dabei stehen das Wohl des Patienten und der Nutzen der Gesellschaft im Zentrum. Medgate wurde 1999 gegründet und beschäftigt heute für die Schweiz mehr als  300 Mitarbeitende aus etwa 20 Fachgebieten. Seit dem Jahr 2000 betreibt Medgate mit der Medgate Tele Clinic in der Schweiz das größte ärztliche telemedizinische Zentrum Europas und verfügt über viel Erfahrung und Wissen in der Telemedizin. Für Konsultationen vor Ort steht den Patienten ein ausgedehntes partner-network mit etwa 3500 Gesundheitsanbietern zur Verfügung. Medgate ist außerdem in den Philippinen, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien präsent.“ Neu können alle in der Schweiz krankenversicherten Personen von Medgates langjähriger Erfahrung profitieren. Über die Medgate App können sie rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr eine Telekonsultation mit den Ärztinnen und Ärzten von Medgate buchen. Diese wird gemäß regulärem Arzttarif (Tarmed) abgerechnet und ist von allen Schweizer Krankenversicherern anerkannt.

Die deutsche Stiftung Münch, die jährlich innovative Ideen für die öffentliche Gesundheitsversorgung auszeichnet, hat im Rahmen der Vergabe des Eugen-Münch-Preises seinerzeit dem Schweizer Unternehmen Medgate einen Sonderpreis verliehen für seine Vorreiterrolle in der telemedizinischen Patientenbetreuung. Informationen zu den Stiftungszielen und zur Preisverleihung finden sich unter diesem link. Ein Video von der Preisverleihung findet sich hier.

Medgate Deutschland nahm dann im Oktober 2020 den operativen Betrieb zur Betreuung von Kunden eingebundener deutscher Privatversicherer auf. Zugleich geht die Website „Pioneering Digital Health since 2000“ online mit dem Ziel der Darstellung von „Advanced telemedicine und digital health solutions for insurances and companies around the world“. medgate.care

Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes bitkom vom Mai 2019 mit mehr als 1000 Teilnehmern findet eine Mehrheit unter den Bundesbürgern, was die Zustimmung zu digitalen Technologien im Gesundheitswesen angeht. 46 % der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, daß aus Kostengründen Teilbereiche der medizinischen Versorgung künftig ausschließlich digital erfolgen. 65 % nutzen bereits heute bestehende Angebote wie Gesundheits-Apps regelmäßig. Ebenfalls 65 % befürworten die Nutzung einer elektronischen Patientenakte und 62 % die Nutzung des elektronischen Rezepts. Bezüglich der zunehmend diskutierten Strategien, künftig den User digitaler medizinischer Angebote diese auch selbst bezahlen zu lassen, fand die bitcom-Umfrage einen Anteil von 15 % der Befragten, die bereit wären, eine kostenpflichtiges Jahresabonnement von 250 € abzuschließen, wenn sie sich jederzeit online den Rat eines Arztes einholen könnten.

Auf der Website des aend.de Ärztenachrichtendienstes finden sich Beiträge zur lebhaften Diskussion über das Fernbehandlungsverbot in Deutschland. Die Freie Ärzteschaft e.V., ein Berufsverband zur Koordinierung der Interessen niedergelassener Haus- und Fachärzte gegen „eine rationierte Staatsmedizin und Bürokratisierung“ mit Sitz in Essen, formuliert in einem aktuellen Newsletter scharf ihre Skepsis: „Das mit der Fernbehandlung wird kontrovers, das zeigen bereits die verschiedenen Positionierungen der Landesärztekammern. Wichtig ist, daß sich der Ärztetag dem IT-Hype mit Sachverstand entgegenstellt, aber auch deutlich macht, daß der Fernbehandlungshype von Dritten kommt, von der Politik, IT-Industrie und mitunter Kassen, aber nicht von unseren Patienten. Eine reine Fernberatung kann gegenüber der richtigen Behandlung immer nur minderwertig sein. Warum sollten wir diesen Qualitätsverlust selbst inszenieren? Gegen kompetente Triage mittels Telemedizin ist nichts einzuwenden. Das machen wir per Telephon seit Jahrzehnten. Aber Triage ist eben keine Behandlung. Die Fernbehandlung ist ein Sujet der Kommerzialisierung. Die Industrie will Geld verdienen, die Kassen wollen damit sparen, so wie bei den Spartarifen in der Schweiz.“

Die in Hamburg ansässige „Stiftung Gesundheit“ fand demgegenüber in ihrer Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“: fast die Hälfte (47 %) der befragten niedergelassenen Mediziner erwägen, künftig ihren Patienten Videosprechstunden anzubieten; 2015 waren es noch 38,7 %. Stark gesunken dagegen ist das Interesse der Mediziner am Praxis-Marketing per Internet. „Der Hype ist offenbar vorbei“, schreibt dazu einmal das Hamburger Abendblatt.

Auch das US-Unternehmen Apple bietet eine digitale Patientenakte an: die Gesundheits-App „Attain“, die Sensordaten aus der Apple-Watch einbezieht und zusammen mit dem Versicherungsunternehmen Aetna entwickelt wurde. Die Entwickler preisen die Datensicherheit, die Beachtung der Privatsphäre und den Nutzen personalisierter Gesundheitsempfehlungen. Erhebliche Bedenken wegen naheliegender Rückschlüsse auf Lebensführung, Fitness und Gesundheit werden anderenortes  (Die Presse; Österreich) formuliert.